akoot

Studie · Masterarbeit Universität zu Köln · 2026

Warum gemeinnützige Organisationen Ehrenamtsplattformen selten nutzen

4 Hürden aus 8 Interviews mit 7 gemeinnützigen Organisationen. Was passiert, was hilft.

9 von 10Themen wirken vor allem als Hürde
53 statt 2Mails für einen Firmeneinsatz, über Plattform statt direkt
17 Std.bezahlte Zeit pro Woche für über 600 Einsatzmöglichkeiten
3 bis 4 Monatebis der Wechsel auf Signal wieder bei WhatsApp landete

Die 4 Hürden

1

Schatten-Infrastruktur aus WhatsApp, E-Mail und Excel

Wechsel auf Signal versuchtca. 3 bis 4 Monatezurück zu WhatsApp
Ein Träger der Behindertenhilfe. In einem Sportverein entstanden nach Einführung einer eigenen App parallel neue WhatsApp-Gruppen.

Was passiert

In den meisten Interviews koordinieren informelle Werkzeuge die Ehrenamtlichen. Neue Tools verdrängen sie nicht, alte Kanäle kehren zurück.

Was hilft

Vor jeder Einführung die informellen Werkzeuge erfassen. Wechselkosten gegen realistischen Nutzen abwägen.

2

Mehr Abstimmung statt weniger

Über Plattform53 Mails
Direkt2 Mails *
Firmeneinsatz mit 15 Personen bei einer Tafel. Bis zuletzt unbestätigt. * Schätzung laut Befragtem.

Was passiert

Als Zwischenschicht erzeugt die Plattform bei jedem Schritt eigene Rückfragen. Der Aufwand kann steigen statt sinken.

Was hilft

An vorhandene Werkzeuge andocken, etwa Anmeldungen direkt in den eigenen Kalender. Doppeltes Eintragen zu sparen zählt mehr als Reichweite.

3

Wer soll die Plattform betreiben?

17bezahlte Stunden pro Woche
für
600+Einsatzmöglichkeiten
Eine Freiwilligenagentur. In einer studentischen Initiative wechselt der Vorstand etwa alle 6 Monate.

Was passiert

Die Pflege einer neuen Plattform konkurriert direkt mit der Kernarbeit. Für viele ist die Frage nicht der Nutzen, sondern wer sie betreiben kann.

Was hilft

Kostenlose Non-Profit-Angebote nutzen, wenn die Mitglieder digital versiert sind. Übertragung Vorher klären, wer pflegt und mit wie vielen Stunden.

4

Bindung vor Reichweite

Erstkontakt digital
Bindung persönlich
Auch bei einer studentischen, digital affinen Initiative.

Was passiert

Plattformen sind auf Reichweite gebaut. In den meisten Interviews ist die größere Sorge, verlässliche Leute zu halten.

Was hilft

Digital gewinnen, persönlich binden. Empfehlung an Anbieter Wiederkehrende Zusagen vor Suche und Matching stellen.

Wie die Hürden zusammenwirken

Die Hürden verstärken sich gegenseitig.

Datenschutzaufwand → knappe Ressourcen

bindet Verwaltungszeit ohne sichtbaren Nutzen

Knappe Ressourcen → Schatten-Infrastruktur bleibt

keine Kapazität für einen Werkzeugwechsel

Zersplitterter Markt → keine Netzwerkeffekte

Investition in Plattformen lohnt sich nicht

Keine Netzwerkeffekte → Schatten-Infrastruktur bleibt

Plattformen wirken weniger wertvoll als vorhandene Werkzeuge

Fazit Eine bessere Plattform, mehr Geld oder lockerere Regeln allein dürften in der Breite wenig ändern.

Was daraus folgt

Nicht noch ein Tool.

Die Arbeit zeigt, dass nicht die nächste Plattform fehlt. Es fehlt etwas, das sich in die vorhandenen Werkzeuge einfügt, die Pflege abnimmt und Bindung unterstützt statt Reichweite. Daraus ist akoot entstanden.

Erklärgrafik der Studie mit den 4 Hürden, Was passiert und Was hilft, sowie dem Zusammenwirken der Hürden
Die Studie als Grafik